(rl) Der Kulturrat Thüringen beklagt den kaum noch vorhandenen publizistischen Wettbewerb bei den Zeitungstiteln der Zeitungsgruppe Thüringen: Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung. Die vor zwei Jahren begonnenen Umstrukturierungen würden sich negativ auf die Vielfalt der Medienlandschaft im Freistaat und den Meinungspluralismus auswirken. Der Austausch von Artikeln zwischen den einzelnen Zeitungstiteln führt zu unerwünschten Monopolstellungen. Redaktionelle Absprachen zu Terminen haben in der Praxis zur Folge, dass nur noch ein Theaterkritiker zur Premiere oder anderen Aufführungen kommt.
Steffen Mensching, Intendant des Theaters Rudolstadt, wird in seinem Brief an den Kulturrat noch deutlicher. Mit den Veränderungen im Profil und Erscheinungsbild von TA, TLZ und OTZ ginge – entgegen allen Lippenbekenntnissen – eine Herabstufung des Stellenwerts der Kultur einher.
“Zudem scheint die gegenwärtige Praxis dahin zu tendieren, dass Theaterkritiker künftig nur noch in jene Standorte fahren werden, die im „direkten Verbreitungsgebiet“ der jeweiligen Zeitung liegen. Man zeichnet sich also nicht mehr für die Kultur im Kulturland verantwortlich, sondern nur noch für regionale Kulturräume. Ein solches Verhalten befördert Provinzialismus, verhindert Vergleich und eine anzustrebende kulturelle Vernetzung im Land. Für die Kulturbetriebe, namentlich die Theater des Freistaats, bedeutet das, dass die Begleitung durch die Presse immer mehr an Vielfalt einbüßt und zur Einstimmigkeit tendiert.”
Dem Kulturrat Thüringen gehören an:
- Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband,
- Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen,
- Verband Bildender Künstler Thüringen,
- Thüringer Literaturrat,
- Museumsverband Thüringen,
- Landesmusikrat Thüringen,
- LAG Soziokultur Thüringen,
- Deutscher Bühnenverein Landesverband Thüringen.
Tags: OTZ, publizistischer Wettbewerb, TA, TLZ, Vielfalt, ZGT
(rl) Ab 1. Februar 2012 ist Walter Hörmann Chefredakteurs beim “Freien Wort” in Suhl. Er folgt auf Herbert Wessels, der in den Ruhestand geht. Hörmann ist derzeit Chef vom Dienst der Frankenpost (Hof) und erledigte Koordinierungsaufgaben in der Verlagsgruppe Hof-Coburg-Suhl Redaktionell verantwortet er künftig auch die in Bad Salzungen erscheinende “Südthüringer Zeitung”. (Foto: Screenshot Frankenpost)
Tags: Chefredakteur, Freies Wort, Herbert Wessels, Suhl, Walter Hörmann
(rl/ra) Jede dritte mobile Suche im Netz gelte laut Google lokalen Inhalten. Nach der Studie “Heimat to go” von TNS Emnid (Pressemitteilung hier!) und der Radiozentrale (zusammengefasste Ergebnisse hier!) halten 72 % der Befragten Produkte und Dienstleistungen aus der eigenen Region für “etwas wichtig bis sehr wichtig”. Bei den 14- bis 29-Jährigen sollen es sogar 79 % sein. 54 % dieser Zielgruppe wünschen Location Based Services v. a. per Smartphone nutzen.
Noch sind es mehr Fragen als Antworten: Was erwarten Bürger, Kunden vor Ort? Welche Rolle übernehmen künftig “klassische” lokale Medien? Wie lässt sich Erfolg messen? Wie sollen standortbezogene Services aussehen? Welche lokalen Services und Inhalte lassen sich überhaupt vermarkten? Spielt bei journalistischen lokalen Angeboten die Qualität eine Rolle?
Die Auswirkungen der Digitalisierung der Medien aufs Lokale werden kontrovers diskutiert. Beim 2. Experten-Forum “Meine lokale Welt” debattieren dazu u. a. Stephan Albrecht von Google; Klaus Wöhler, Direktor der TNS Emnid Marktforschung; Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der ag.ma Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse; Christoph Montague, Geschäftsführer von Radio Energy; Dr. Udo Becker, Geschäftsführer von Radio NRW sowie Erik Peper, Geschäftsführer von WAZ New Media. Dazu kommen Experten von Dailydeal, kaufDA.de, der Radiozentrale, madvertise, RP Online, M.E.N., FutureTap, FR-online, istlokal.de sowie ruhrbarone.de.
Mehr zum 2. Expertenforum “Meine lokale Welt” am 8. November 2011 in Köln hier: www.meinelokalewelt.de
Tags: meinelokalewelt.de
(ra) Die IVW-Auflagenzahlen für das 3. Quartal 2011 sprechen eine deutliche Sprache: Die drei ZGT-Titel haben weniger als 300.000 Abonnenten.
Der Rückgang wird besonders deutlich, wenn man die entsprechenden Zahlen von 2009 und 2010 mit den aktuellen vergleicht:

Weitere Details zu den meist gemeinsam produzierten Lokal-Ausgaben etc. finden sich hier!
Die Lage in Südthüringen:

Auch hier die Details zum Nachschlagen!
Tags: Auflage, Freies Wort, IVW, STZ, Südthüringer Presse, TA, TLZ. OTZ, ZGT
(ra/rl) Mike Mohring, das verbale Fallbeil der Thüringer CDU, ruft in der LVZ zur Total-OP beim MDR auf: Abgeschafft gehörten demnach das “Ostalgie-Gehampel” und jene Struktur von Medien- und Tochterunternehmen, “die sich der Kontrolle der Aufsichtsgremien” entzogen hätten, rabaukt Mohring (hier geht’s zum Artikel!)
Nassforsch zu sein, reicht aber nicht, Herr Mohring! Dieses Firmengeflecht isr Resultat politischer Einflussnahme. Gegen die Ausgründungen 1996 hatten weder Verwaltungs- noch jener Rundfunkrat Einwände, dem auch Sie angehören. Sollten Sie eigentlich wissen, oder?
Aber womöglich stört sich Mohring daran, dass sich gegen diese Ausgründungen allein die Gewerkschaften und Personalräte ausgesprochen hatten. Selbst der damalige Hinweis auf den notwendigen Nachweis der Wirtschaftlichkeit, wie er im MDR-Staatsvertrag steht, wurde damals weder von den politisch Verantwortlichen noch den Gremien erhört.
Weil der DJV aber nicht nachtragend ist, geht ein Angebot an Herrn Mohring zur Nachschulung heute noch raus!
Tags: mdr, Mike Mohring, Rundfunkrat, Verwaltungsrat
(rl) Die Redaktion liefert die unverwechselbaren Inhalte. Die Verlage müssen den Content verkaufen, äußerte Christian Lindner sinngemäß während des Süddeutschen Journalistentages in Würzburg. Es ging um soziale Netzwerke, in denen der Chefredakteur der Rhein-Zeitung sehr präsent ist.
Im media spectrum bewertet Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars, die Situation der Medien:
“Ich glaube nicht, dass die traditionellen Kommunikationsinstrumente verschwinden werden. Ich glaube beispielsweise nach wie vor fest an die Printmedien. Allerdings haben sehr viele Verlagshäuser vergessen, ihre Titel mit einem großen Portfolio-Gedanken zu versehen und klar darzustellen, wofür der jeweilige Titel steht. Sehr gefährlich wird es natürlich, wenn Verlagshäuser anfangen, ihre Redaktionen zusammenzulegen. Dann stellt sich mehr denn je die Frage nach der Identität und Einzigartigkeit.”
Noch Fragen, Lindner?
Tags: Verlage, WAZ, Wert des Journalismus
(ra) Wochenend und Sonnenschein … Das motiviert auch Verwaltungsräte. Die des mdr haben ihre Lektion gelernt und mit 7:0 für Karola Wille gestimmt. Jetzt sind am 23. Oktober die 43 Rundfunkräte am Zuge. Dann könnte Prof. Dr. Udo Reiter seine Nachfolgerin noch höchstpersönlich in Amt und (mit) Würde(n) einführen.
Tags: Intendant, Karola Wille, mdr, Rundfunkräte, Udo Reiter
(ra) Postwendend kam aus dem Hause Funke die Absage an das 1,4 Mrd.-Angebot von Springer-Vorstand Mathias Döpfner. Was aber hinter seinem Angebot stecken könnte, analysiert Isabell Hülsen auf “Spiegel Online”. Sie meint, dass man womöglich nur einen Kontrahenten blockieren wollte. Schließlich passe die Offerte so gar nicht zur bisherigen Springer-Strategie.
Tags: Funke, Springer, WAZ
(ra) Welch Schmach! Die “Thüringer Allgemeine” wurde vom Presserat gerügt.
Deshalb, weil ein Leserbrief abgedruckt wurde, von dessen Inhalt sich LINKE-Fraktionschef Bodo Ramelow beleidigt sah. Der Leserbrief habe die Grenzen zwischen zulässiger Kritik und unangemessener Darstellung überschritten, Formulierungen seien „nicht mehr durch das grundgesetzlich garantierte Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt und verletzen den Beschwerdeführer in seiner Ehre“, begründete der Beschwerdeausschuss des Presserates.

Mehr dazu auf Thüringer Blogzentrale bzw. Jenapolis.de!
Tags: Presserat. Bodo Ramelow, Rüge, TA
(ra) Das “Manager Magazin” hat offensichtlich gute Kontakte zur Sekretärin von Mathias Döpfner (48). Schließlich liegt MM das fünfseitige Schreiben des Springer-Vorstands vor, wonach man die WAZ-Mediengruppe kaufen möchte.
Am 28. September bekamen demnach die Mitglieder der Familie Funke als auch der Testamentsvollstrecker der Brosts, Peter Heinemann, eine im freundlich-optimistischen Ton verfasste Offerte.
Allein für den Braunschweiger Verlag und die ZGT will Döpfner 250 Mio. Euro auf den Tisch legen. Döpfner soll aber auch ein Gesamt-Angebot nicht ausgeschlossen haben – für 1,4 Mrd. Euro.
Für die Details hier klicken!
Tags: Mathias Döpfner, WAZ, ZGT