Archiv für das Tag 'DJV'

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In effizienteren Strukturen arbeiten

(hb) Der DJV will zukunftsfähiger werden. Konkret bedeutet das, dass im Fachausschuss Rundfunk nicht mehr 24 Mitglieder zusammen arbeiten sollen sondern zwölf. Denn zwölf arbeiten effizienter als 24. Bisher war aus jeder ARD-Anstalt jemand da, dazu die KollegInnen vom ZDF, der Deutschen Welle und der privaten Sender – meist Personalräte und Betriebsräte, also KollegInnen, die sich hauptberuflich mit den Problemen der Journalistinnen in Rundfunk und Fernsehen beschäftigen. Wenn nur noch zwölf Leute zum Fachausschuss kommen sollen, dann würde ein Vertreter vom MDR ausreichen – und das wäre nicht ich sondern ein Hauptberuflicher oder zumindest ein Festangestellter. Ist das ein Problem? Bei den Treffen haben wir uns über die Sparprogramme der Sender informiert und die Tarifverhandlungen vorbereitet. Für mich ist natürlich interessant, was ARD-weit läuft. Ich hatte allerdings erwartet, dass ich Anregungen zu Aktionsformen bekomme. Wir beim MDR streiken ja gerne, aber wir hatten auch zwei Mal aus Protest einen “schwarzen Tag”, wo fast alle KollegInnen in schwarzer Kleidung zur Arbeit gekommen sind. So etwas war nie Thema beim Fachausschuss Rundfunk. Auch sind die anderen ARD-Anstalten offenbar streikunlustiger, haben Keinen besonders hohen Organisationsgrad. Die Treffen vom bundesweiten Fachausschuss Rundfunk haben mir für die Arbeit in Sprecherrat (Vertretung der Freien Mitarbeiter im MDR), im Fachausschuss Rundfunk in Thüringen und im Thüringer DJV-Vorstand wenig gebracht. Wenn ich Informationen von KollegInnen aus anderen ARD-Anstalten haben möchte, kann ich sie auch direkt anrufen. Die Strukturreform im DJV führt dazu, dass ich mir pro Jahr zwei bis drei Tage ehrenamtliche (unbezahlte) Arbeit spare.

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Rückschau auf den Landesverbandstag

(ra) Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
– DJV-Thüringen, 2.3.13
- Thüringen-Reporter, 2.3.13
- Thüringen-Reporter, 3.3.13
- Jena TV, 4.3.13
- meinanzeiger.de, 4.3.13
– Aschenbrenners Blog, 6.3.13

- Curcuma Medien, 6.3.13

Über allen Wipfeln ist Ruh’…

„Mutter Baumkrone“ strahlt mit der Sonne um die Wette. Hoch droben über den Wipfeln des Hainich ist das Leben ja auch gleich noch einmal so schön! Marlies Karl, im bürgerlichen Leben Beigeordnete der Stadt Bad Langensalza, freut sich über ihr jüngstes und luftigstes Projekt – den Baumkronenpfad.

Was 1999 zunächst manche für eine Spinnerei von Studenten hielten, wird nun offiziell am 27. August 2005 der staunenden Öffentlichkeit übergeben: Über dem Waldboden des Naturparks windet sich ein zwei Meter breiter Rundweg durch die Kronen der Bäume. Ein solches Bauwerk ist einmalig in Deutschland.

Damals war man auf der Suche nach einer überzeugenden Marketing-Idee für den eben eingerichteten Nationalpark. „Aber Felsen und Schluchten hatten wir hier nicht; auch keine großen Wasserflächen oder rauschende Wildbäche“, erinnert sich Marlies Karl, die sich auch als Vorsitzende des Hainichland e. V., dem früheren Tourismusverband Thüringer Kernland, engagiert.

Die verblüffende Idee einer Diplomarbeit ist nun mit viel Enthusiasmus und der Investition von rund 1,8 Millionen € Wirklichkeit geworden. Zu den maßgeblichen Mitteln aus dem Haushalt der Stadt Bad Langensalza, dessen ehemaliger Stadtforst nun Bestandteil des Nationalparkes ist, kamen Mittel der Bundesumweltstiftung (600.000 €) sowie vom Freistaat und aus Töpfen der EU (450.000 €).

Ein touristischer Magnet werden die 306 Meter allemal werden, aber auch den Wissenschaften von Nutzen sein. Schon jetzt haben Entomologen, die Insektenkundler, ihre Forschungs-Fallen aufgebaut. Wann haben sie auch sonst so bequem die Möglichkeit, die unzählige Vielfalt der Krabbeltiere direkt auf Kronenhöhe zu erforschen?

Ebenfalls einmalig sind jetzt die Bedingungen für jene, die die pflanzliche Vielfalt erkunden: elf Baumarten recken ihre Blätter in Thüringens Himmel. Sicherlich dominieren die Buchen, aber auch seltenere Gattungen lassen sich hier finden. Für die Forstspezialisten offenbaren sich nun in luftiger Höhe bisher verwehrte Einblicke in der Werden und Vergehen der heimischen Vegetation. So finden sich unter den Baum-Veteranen auch Eichen, die wenigstens 500 Jahre alt sind und damit schon ihre Wurzeln in den Boden steckten, bevor Kolumbus Amerika entdeckte.

Viele andere seltene Pflanzen und Tiere haben erst durch die Einrichtung des Nationalpark ihren überlebensnotwendigen Rückzugsraum gefunden – nicht zuletzt sei an die Wildkatzen erinnert. Die wie vor Tausenden von Jahren frei lebenden samtpfotigen Jäger sind hier in ihrem Element; wenn man auch ihren Anblick ausgesprochen selten erleben wird.

Das Ensemble des also in jeder Hinsicht einmaligen Baumkronenpfades besteht aus zwei markanten Bauwerken: Zum einen reckt sich auf 44 Meter Höhe ein Stahlbeton-Turm. Wie eine Ranke umwindet ihn eine Edelstahltreppe, auf der man auf die beiden Zugänge des Pfades in 11 und 26 Meter gelangen kann und in sein Inneres. Hier findet der Neugierige Zugang zu einem Baumhaus, das von einer Aussichtsplattform gekrönt ist. Klare Sicht vorausgesetzt, erspäht man im Süden den Inselsberg und den Harz samt Brocken im Norden. Mühlhausen sieht man ebenso wie Bad Langensalza und die sanften Höhenzüge des Hainich.

Zum anderen windet sich der eigentliche Baumkronenpfad auf den besagten 306 Metern im sanften Rund durch die Wipfel der Bäume. Vier Plattformen sind integriert. Dort findet man künftig Informationen über Flora und Fauna, aber auch künstlerische Elemente werden das „Erlebnis Baumkronenpfad“ unvergesslich machen.

22 Standorte im Nationalpark waren untersucht worden, ehe der Zuschlag für denjenigen nahe der Thiemburg gegeben wurde. Die ist die letzte Wüstung in Deutschlands 13. Nationalpark. Einst beliebtes Wochenend-Ausflugsziel der Bad Langensalzaer, steht das Gebäude jetzt leer. „Für einen symbolischen Preis von 1 Euro verkaufen wir es“, lockt Marlies Karl Interessierte. Sie könnte sich vorstellen, dass man hier eine gastronomische Einrichtung und Übernachtungsmöglichkeiten schaffen könnte.

Das würde sicherlich Sinn machen. Zwar braucht kein Baumkronenpfad-Wanderer hungern oder dürsten. Doch ist eben nur die Grundversorgung ist gesichert. Zum anderen kann man von der Thiemburg direkt zur Erkundung des Nationalparkes starten. Zu Fuß geht das, aber auch auf dem Rad. Drei gut ausgeschilderte Wanderwege (Länge 4, 6,5 und 20 km) stehen zur Auswahl.

Wer sich in luftiger Höhe den Überblick verschafft hat, kann auch von hier aus bis ins Werratal wandern. Andere attraktive Ziele locken wie zum Beispiel die Betteleichen. Deren markantestes Exemplar – mit zwei einander umschlingenden Baumstämmen – erinnert an Bettelmönche, die dereinst hier lebten. Da sie eigentlich kein Geld annehmen durften, steckten es die Leute in eine kleine Kiste, die an der besagten Eiche befestigt war. Am Ihlefeld kann man heutigentags den eigenwilligen Baum-Methusalem betrachten.

Andere Wanderrouten führen in Richtung Kammerforst, zum Wildkatzenkinderwald, einem wahren Spielparadies für die Jüngsten. Auch nach Weberstedt können die Wanderlustigen von hier aufbrechen oder den Feenstieg erkunden, der seinen märchenhaften Namen nicht zu Unrecht trägt und die Phantasie beflügeln soll.

Die Wahl fiel übrigens für den Standort des Baumkronenpfades am Rande des Hainich-Nationalparks wegen der geringen Beeinträchtigung der Natur. Außerdem spricht auch die vorhandene Infrastruktur dafür. Zehn Kilometer von Bad Langensalza entfernt und drei von Craula, ist das Ziel leicht zu erreichen. Motorisierte finden ausreichenden Parkraum. Für all jene, die gern mit den Rädern unterwegs sind, dürfte der Standort Platz sowieso besondere Freude bereiten. Er liegt direkt an der Verbindung zwischen dem Radwanderweg an der Unstrut und dem an der Werra. Außerdem locken die urwüchsigen Routen unterm dichten Blätterdach des Hainich.

Auf schwindelerregender Höhe über’m Hainichgrund kann man ganzjährig und täglich zwischen 10 und 18 Uhr lustwandeln. „Im Sommer werden wir auch bis 20 Uhr den Aufstieg ermöglichen“, stellt Marlies Karl in Aussicht. Schon jetzt dürfte auch sicher sein, dass die Sonderführungen der Besucher-Hit schlechthin werden. Welch Genuss wird es sein, einen Sonnenauf- oder -untergang über den Wipfeln zu genießen oder unter sachkundiger Führung ein Vogelstimmen-Konzert zu erleben!

Der Pfad hat zu allen Zeiten seinen Reiz: Während man im Winter uneingeschränkte Sicht auf die Konstruktion und auch die Umgebung hat, dauert es im Frühjahr nur wenige Wochen und die urwalddichte Vegetation hat Besitz vom Terrain genommen. „Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter an…“ – wunderschön wird sicherlich auch der Spaziergang im September/Oktober. Ab sofort haben wir in Thüringen ein ebenbürtiges Ereignis zum berühmten „Indian summer“ in Amerika!

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Drum werfe der den ersten Stein …

(ra) Hardy Prothmann ist Lokalblogger und fand harsche Worte über die mangelnde Solidarität von festangestellten Redakteuren gegenüber Freien in der Zeitungsbranche: “Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es “ihren” freien Mitarbeitern geht.”

Die Bemerkung zieht weitere Kreise: Henning Ohlsen (meedia.de) fasst die Wortmeldungen vom DJV und den Freischreibern zusammen: “Prothmann konstruiert einen Gegensatz zwischen Redakteuren und Freien, den es nur vereinzelt gibt”, beschwichtigt DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Freischreiber-Vorstand Benno Stieber kontert: “Prothmanns Erfahrungen decken sich mit denen anderer.”

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‎(ra) Nicht nur für Fotografen interessant: Die 56 besten Bilder des PresseFoto-Wettbewerb der DJV-Landesverbände Hessen und Thüringen sind weitergewandert. Das “Thüringen Journal” berichtete am 12. Januar über deren Premiere in Thüringen: Die Ausstellung ist im Ahorn-Berghotel Friedrichroda und damit erstmals in einem Hotel bis zum 7. Februar zu sehen. Die beiden Gothaer Tageszeitungen berichteten ebenfalls.

Angehängt der Beitrag vom 14. Januar der TA Gotha (der auch am selben Tag in der TLZ Gotha stand) und hier der Link auf einen Videomitschnitt des Beitrages des MDR-“Thüringen-Journals”.